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Neueinsteiger
MOTORBOOTRENNEN


Der Motorbootrennsport wird in Deutschland auf Seen oder Flüssen betrieben. Während des Rennverlaufs sind diese Strecken durch die Wasserwacht o. ä. abgesperrt. Gefahren wird grundsätzlich auf einer Rundstrecke, die eine Distanz von 1.500 m pro Runde hat. Vereinzelt können in einigen Klassen auch 1.200 m pro Runde zu bewältigen sein. Es finden für eine Klasse drei Läufe pro Veranstaltung statt. Bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft finden 4 Läufe statt. Dabei ist jedoch ein Lauf ein sogenannter "Streichlauf". Mit Hilfe dieses Streichlaufs wird das schlechteste Ergebnis vom Wochenende nicht gewertet. Die Rennstrecke wird an Hand der zur Verfügung stehenden Wasserfläche gewählt. Es gelten die internationalen Regeln der Union Internationale Motonautique (U.I.M.). Für einzelne Klassen (z.B. Formel ADAC oder Formel ADAC Masters) gelten noch weitere Regeln durch zusätzliche Veranstalter/Verbände. Der Rennkurs wird durch Bojen markiert, wobei die Start-/Ziellinie durch schwarz-weiß karierte Bojenflaggen kenntlich gemacht wird.



Start der Formel 125 in Bitterfeld
Gestartet wird mit einem sogenannten "Jetty-Start". Der Jetty-Start bezeichnet einen Start mit Hilfe einer Startampel. Das bedeutet, dass das Boot vom Startsteg erst beim Erlöschen der roten Lampen starten darf. Geschieht dies ehr, so ist dies ein Frühstart. Außerdem gilt es 30 Sekunden vor dem Start den Motor nicht mehr in Betrieb zu haben. Es wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren. Zur Sicherheit aller Sportler ist das Tragen eines schnittfesten Rennoveralls, einer Schwimmweste und ein Schutzhelm Pflicht! Zum Schutz der Fahrer ist das Boot mit einer Kurzschlusssicherung (Quickstop) zu versehen. Dies sorgt dafür, dass im Falle eines Kenterns oder Rausfallen des Fahrers wärend der Fahrt der Motor abgeschaltet wird. In der Regel ist diese Sicherung mit dem Handgelenk des Sportlers verbunden. Die langsamsten Boote in Deutschland fahren um die 95 km/h und die schnellsten bis zu 180 km/h (oder etwas mehr). Die Leistungen, die die Piloten mit den Geschwindigkeiten vollbringen ist sagenhaft. Bereits ab 30 km/h wird Wasser so hart wie Beton. Eines darf man als Zuschauer und Rennfahrer nicht vergessen: die Boote haben keine Bremse. Es gilt also konzentriert vorausschauend zu fahren um Kollisionen zu verhindern. Derzeitig (2013) befindet sich kein Deutscher in der Königsklasse des Motorbootrennsports, der Formel 1 (F1H²o).

Im Motorbootrennsport wird grundsätzlich zwischen Außenbordrennbooten (die in der Regel sitzend oder liegend, manchmal auch kniend gefahren werden) und Innenbordrennbooten (in denen die Piloten sitzen) unterschieden. Die Außenbordrennboote werden in der Klasse O bis 700 ccm und O bis 500 ccm in Katamaranen und in den Klassen O bis 350, O bis 250, O bis 175, O bis 125 ccm und OSY-400 mit sogenannten Proprider gefahren. Vereinzelnd kommen in der Klasse OSY-400 auch noch Dreipunkt-Boote vor, hier kniet der Pilot im Boot. Dies ist aber ehr selten. Auch zu den Außenbordrennbooten zählen die Klassen ADAC Motorboot Masters und der ADAC Motorboot Cup. Hier werden ebenfalls Katamarane verwendet, sowie 4 Takt Serienmotoren der Firma Mercury (Masters) und Tohatsu (Motorboot Cup). Bei den Innenbordrennbooten (R-1000) wird ein Dreipunkter im Sitzen gefahren. Die meisten Boote sind aus Bootssperrholz gefertigt. Man findet jedoch auch Glasfaserverstärkten Kunststoff (GfK) in immer mehr Booten.



Rennpropeller am Boot
Eine Wissenschaft für sich: Der richtige Propeller. Was bei den Straßenrennen die Reifen sind, ist beim Motorbootrennsport der Propeller. Dieser ist halbgetaucht und sorgt dafür dass das Boot überhaupt voran kommt. Hier entscheidet Flügellift- und steigung bereits in Zusammenhang mit dem Wasser und Bootskörper ob das Boot das schnellste im Feld ist oder nicht. Ein schneller Motor kann mit einem schlechten Propeller für das Boot seine Leistung auf dem Wasser nicht entfalten.
Der Dachverband in Deutschland ist der DMYV (Deutscher Motoryachtverband e.V.). Er ist die nationale Vertretung der U.I.M. und genehmigt Motorbootrennen in Deutschland.
EINSTEIGEN


Das Mindestalter zum Einsteigen in ein Rennboot beträgt beim DMYV 14 Jahre. Die Vorausetzung in allen Klassen einzusteigen zu können ist der Besitz einer Erstlizenz und der Besuch einer Rennbootschulung. Auch die körperliche Fitness und Reaktionsgeschwindigkeit muss von einem Arzt attestiert werden.

Benötigt wird neben einem Bootskörper, Motor und Anhänger, ein schnittfester Rennoverall, Rennhelm, Schwimmweste oder Lifejacket, Turn- bzw. Bootsschuhe, gegebenfalls Pressluftflasche sowie ein Team und jede Menge Spaß.
Folgende Klassen werden als Einsteiger-Rennklassen deklariert:
ab 10 Jahre: GT15 vom DMYV (Bootskörper Dreikantpfeil)
ab 14 Jahre: GT30 vom DMYV (Bootskörper Dreikantpfeil)
ab 14 Jahre: Formel ADAC Motorboot Cup vom ADAC (Bootskörper Katamaran)
ab 14 Jahre: Formel 4s - International (Bootskörper Katamaran)
ab 16 Jahre: Formel ADAC Masters vom ADAC (Bootskörper Katamaran)
ab 16 Jahre: OSY-400 vom DMYV (Bootskörper Proprider / Dreipunkter)
ab 18 Jahre: Alles andere außer Rennklassen die eine Superlizenz benötigen (z.B. Formel 500, Formel 2, Formel 1,..).

Adressen und Weblinks:

ADAC/MSG Motorboot-Rennsport-Schule
Am Westpark 8
81373 München
Tel.: 089 / 74309303
Web.: ADAC-Motorsport.de
MBC Elbe Dessau e.V.
Kreisstr. 48
06844 Dessau
Web.: Motorbootrennen-Dessau.de


Krefelder Wassersport Gemeinschaft
Bataverstr. 14
47809 Krefeld
Tel.: 02151 / 520746
Fax: 02151 / 520724


Landesverband Motorbootsport Sachsen-Anhalt e.V.
Ludwigshafener Str. 73
06842 Dessau
Tel.: 0340 / 8505076
Fax: 0340 / 8505076
PUNKTESYSTEM


Das Punkte System für einen Rennlauf ist von der U.I.M. festgelegt (s. linke Tabelle). Es gibt jedoch Rennserien die ein anderes System verwenden (z.B. die Formel 2 in Großbritanien). Für die Wertung in einem Europa- oder Weltmeisterschaftslauf gibt es am Ende des Tages eine andere Punkteverteilung (s. rechte Tabelle).

U.I.M. LAUF PUNKTE
Platz Punkte Platz Punkte
01 400 11 22
02 300 12 17
03 225 13 13
04 169 14 9
05 127 15 7
06 95 16 5
07 71 17 4
08 53 18 3
09 40 19 2
10 30 20 1
U.I.M. TAGESWERTUNG PUNKTE
Platz Punkte Platz Punkte
01 20 11 5
02 17 12 4
03 15 13 3
04 13 14 2
05 11 15 1
06 10    
07 9    
08 8    
09 7    
10 6    

Teams schauen sich die eingefahrenden Punkte an.

GESCHICHTE


Quelle: MedienTube.de
Der Motorbootrennsport hat bereits eine lange Geschichte. So wurden die ersten Motorbootrennen 1898 von der "French Yachting Union" veranstaltet.
Aber auch in Deutschland finden sich zum Beispiel Zeitungsartikel aus dem Jahre 1906. Dort heißt es am 16.09.1906: "Fast sämtliche Motorbootbesitzer von Berlin und Umgebung haben mobil gemacht [...] beim ersten Motorbootrennen des Deutschen Motorboot-Clubs auf dem Müggelsee dabei zu sein". Doch auch Olympia konnte sich dem Motorbootrennsport nicht entziehen. 1908, bei den Olympischen Sommerspielen in London, war der Motorbootrennsport eine Sportart bei der man Goldmedaillen zu vergeben hatte. Eine der ersten Rennstrecken war am Starnberger See. Doch 1957 konnte man hier zuletzt ein Motorbootrennen sehen. In Deutschland gab es nach 1950 sehr viele Rennstrecken. Viele mussten leider wegen Bürgerprotesten oder Umweltschutzbedenken eingestellt werden.
Da der Rennsport in der DDR nicht zu den staatlich geförderten Sportarten zählte und somit eine Teilnahme im westlichen Ausland kaum möglich war, klafft in der Rennsportbilanz der DDR bzw. Deutschlands eine Lücke bei den Welt- und Europameistern. Hier hätte Deutschland eventuell noch mehr Siege haben können.

Quellen: Wikipedia.org
             Chroniknet.de
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